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Düsseldorf, 3. Mai 2012 Der Breitbandinvestitionsindex (BIIX) ist das Maß für den breitbandigen Internetausbau in Deutschland. Nun steht die Frage im Raum: In welchem Bezug stehen Breitbandzugang und soziale Teilhabe an neuen Medien zueinander? Die Antwort gibt der Facebookindex (FBIX). Der wissenschaftliche Indikator zeigt die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land und damit zwischen gut und schlecht versorgten Internetnutzern in Deutschland. Zur Berechnung des Index werden die Facebook-Nutzerzahlen einer Kommune der Einwohnerzahl gegenübergestellt.

Nutzer ohne breitbandigen Festnetzanschluss in sozialen Netzwerken abgehängt

Schlüsselergebnis der aktuellen Berechnung des Facebookindex für kreisfreie Städte und Landkreise in Deutschland: Eine schmalbandige Internetverbindung benachteiligt User beim Zugang zu sozialen Netzwerken, wie Facebook, Google+ oder Twitter. So ist die soziale Teilhabe via Facebook in ländlichen Regionen Ost-Deutschlands, wie Mecklenburg-Vorpommern sowie im Norden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, besonders gering. Eine schwache Nutzung weisen zudem größere Regionen Nordrhein-Westfalens aus.

Im Abgleich mit dem veröffentlichten Breitbandinvestitionsindex (BIIX) kommen die Initiatoren zu dem Fazit: Kommunen mit einer durchschnittlich geringeren Internetzugangsgeschwindigkeit weisen im Verhältnis zu breitbandig angeschlossenen Regionen deutlich weniger Facebook-Nutzer auf. Kreise mit besserer Breitbandausbauvorraussetzung (BIIX) sind auch beim Facebookindex besser platziert. 

„Erstmals liegt nun der Beweis vor, dass fehlende Internetgeschwindigkeit und soziale Teilhabe im Netz direkt miteinander in Zusammenhang stehen. Es ist damit nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung, den Breitbandausbau weiter voran zu treiben“, so Dr. Martin Fornefeld, Vorstand des BIIX e.V.

Prof. Dr. Nico Grove, Leiter des Instituts für Infrastrukturökonomie & Management an der Bauhaus-Universität unterstützt die Indexbildung wissenschaftlich und ergänzt: „Mit den beiden Indices BIIX und FBIX wird deutlich, welche fundamentale Bedeutung eine flächendeckende Breitbandversorgung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und zugleich die soziale Marktwirtschaft hat. Inzwischen haben wir ein Index-Set von 12 Kennwerten aufgesetzt, das uns ermöglicht, die Erfolgswahrscheinlichkeit für den Breitbandausbau für jede Stadt und jeden Kreis in Deutschland zu prognostizieren.“

Auf Grund der Komplexität der Ermittlung sind zunächst die kreisfreien Städte und die Kreise ausgewertet worden, die beim Breitbandinvestitionsindex BIIX auf den Top/Floplisten stehen.

Karte-Facebook

Karte-Facebook-Legende

Datenquelle der Facebook-Nutzer-Zahlen: Facebook Ad Planner, FBIX: Relative Facebook Nutzer pro Einwohner

 

Über den Verein Breitband-Investitionsindex (BIIX) e.V.

Der Verein BIIX e. V. treibt die Entwicklung des Breitbandmarktes voran, um die Wirtschaft zu beleben. Der BIIX führt einen offenen Dialog auf allen föderalen und unternehmerischen Ebenen. Dialogpartner des BIIX sind Eigentümer von Breitbandnetzen, Provider und Investoren sowie Inhaber öffentlicher Daten. Durch den Verein werden Marktteilnehmer in ihrem Geschäft unterstützt. Es werden Wege entwickelt, wie durch öffentlich-private Zusammenarbeit und Nutzung öffentlicher Daten unmittelbarer Mehrwert erzielt wird. Der Verein ist nicht gewerblich tätig.

Über den Initiator MICUS Management Consulting

Die Unternehmensberatung MICUS Management Consulting GmbH verfügt über langjährige Erfahrung bei der Erstellung von Marktstudien. Die Studien zum Breitbandausbau sind Referenzdokumente für die Breitbandstrategien vieler Länder. Für Auftraggeber auf Landes- und Bundesebene sowie für die Europäische Kommission hat MICUS in zahlreichen Marktstudien bewiesen, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar zu durchdringen und schlüssige Lösungen mit unmittelbarem Nutzwert für Auftraggeber und Entscheider zu entwickeln. Die MICUS-Expertise ist gefragt, wenn Lösungen für mehrdimensionale Probleme an der Schnittstelle von öffentlichem Sektor, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt werden – insbesondere in innovativen und dynamischen Märkten. Studien zum Download und weitere Informationen unter www.micus.de

Über das Institut für Infrastrukturökonomie & Management

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts für Infrastrukturökonomie & Management an der Bauhaus-Universität Weimar liegen an der Schnittstelle zwischen Wohlfahrtsökonomie, Regulierung und Unternehmensführung. Aktuelle Themen sind u. a. die breitbandige Versorgung der Bevölkerung mit flächendeckenden Internetzugängen, die Digitale Spaltung der Gesellschaft, die Problematik der Netzneutralität und Produktstrategien im Kommunikationssektor. In den Lehrveranstaltungen werden neben der allgemeinen Volkswirtschaftslehre auch Schwerpunktthemen im Bereich der Infrastrukturpolitik und -finanzierung, der Regulierung von netzbasierten Infrastrukturen sowie des ICT Sektors abgebildet. Prof. Dr. Nico Grove leitet die Juniorprofessur "Volkswirtschaftslehre: Infrastrukturökonomie & Management" an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar. Weitere Informationen unter www.infrastructure-economics.com

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Letzte Änderung: Februar 2016